Kategorie: Edition

  • Das Thema «Res Publica»

    RES PUBLICA (die öffentliche Sache) ist kein neutraler Raum, sondern ein politisch gemachter. Die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem entscheidet darüber, wessen Leben verhandelt, wessen Körper reguliert und wessen Intimität geschützt wird.

    Der Staat greift tief in das Körperliche ein: durch Reproduktionspolitik, Sexualmoral, Gesundheitsrecht, Strafverfolgung. Biopolitik, wie Foucault sie beschrieben hat, bedeutet: Macht regiert nicht nur Territorien, sondern Leben selbst. Welche Körper gelten als normal, schützenwert, sichtbar?

    Sexualität war nie unpolitisch. Heteronormativität ist eine staatstragende Institution. Queere Sichtbarkeit ist ein politischer Akt, genauso wie das Recht auf Unsichtbarkeit, auf Privatheit als Schutzraum. Das Private ist politisch, aber nicht jede Öffentlichkeit ist Befreiung.

    Die Fotografie macht dieses Spannungsfeld sichtbar: Der Blick entscheidet, was gezeigt wird und was verborgen bleibt. Wer fotografiert wen und mit welchem Einverständnis? Sichtbarkeit kann Widerstand sein. Sie kann aber auch Kontrolle bedeuten.

    RES PUBLICA fragt: Wo endet das Private, wo beginnt das Öffentliche? Und vor allem: Wer zieht diese Grenze?

  • «Tempus Fixum», ein Manifest der physischen Fotografie in Basel

    «Tempus Fixum», ein Manifest der physischen Fotografie in Basel

    Während die Kunstwelt zunehmend über KI und digitale Reproduzierbarkeit debattiert, entsteht in Basel ein radikaler Gegenentwurf: «Tempus Fixum». Die neu gegründete Edition widmet sich ausschliesslich der kuratierten, konsequent analogen Fotografie. «Tempus Fixum» steht für die Abkehr vom Flüchtigen – für Bilder, die als physische Objekte existieren und Bestand haben.

    Künstler und Fotografinnen sind eingeladen, Teil dieses Netzwerks zu werden, das Fotografie nicht als Dekoration, sondern als substanziellen Inhalt und gesellschaftlich relevanten Beitrag begreift.

    Wir suchen: Keine Dateien, sondern  Materie.. Wir suchen Arbeiten, die eine bewusste Gegenposition zu aktuellen Trends und zur Debatte um KI-generierte Bilder im öffentlichen Raum einnehmen. Das Gemeinwesen, die Reibung, die Öffentlichkeit sollen konsequent durch die Linse der analogen Fotografie betrachtet werden.. Unter dem Titel «Res Publica» interessieren uns fotografische Positionen, die sich mit Fragen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit im öffentlichen Raum auseinandersetzen: Wer wird gesehen, wer bleibt anonym, wer wird verdrängt, wer beansprucht Raum? Analoge Fotografie wird hier zum Werkzeug, um diese Dynamiken physisch und materiell zu fassen.

    Jeder Abzug ist ein Unikat – nicht reproduzierbar, nicht skalierbar, nicht algorithmisch optimierbar. Denn die Fotografie als physisches Objekt besitzt einen anderen ontologischen Status als eine Bilddatei.

    Unsere Kriterien:

    Full Analog Workflow: Von der Aufnahme bis zum finalen Abzug (Silbergelatine, Kollodium-Nassplatte, Bromöldruck, Cyanotypie, C-Print, Polaroid, etc.).

    Kein Inkjet: Wir verzichten bewusst auf digitale Zwischenschritte im Print.

    Unikat-Charakter: Jeder Abzug muss durch den Prozess ein Original sein.

    Format & Präsentation: Vom Original-Polaroid bis Format A2. Gerahmt oder als loses Blatt. Optional können weitere Bilder einer Serie in einer Editions-Mappe gezeigt werden.

    Premiere zur Art Basel
    Die erste Ausstellung findet an der Feldbergstrasse 42 statt; mitten im Puls des Kleinbasels und gleichzeitig zur Art Basel. Unter dem Titel «Res Publica» vereint die erste Edition verschiedene fotografische Positionen, die sich inhaltlich mit dem öffentlichen Raum auseinandersetzen. Die Arbeiten werden zum Verkauf angeboten.

    Einreichung:

    Sende uns bis zum 1. April 2026 ein digitales Portfolio und ein kurzes Statement zu deiner Technik an info@tempusfixum.ch. 

    Die final ausgewählten KünstleriInnen und Fotografen werden Anfangs Mai bekannt gegeben.